Jacqueline Veuve

Cinéaste et ethnologue (1930-2013)

C'était hier (Jacqueline Veuve)

C'était hier

C'était hier

Schweiz 2010. Digital Beta, Farbe, 90 min.
 

Image: C'était hier 

affiche


Lucens, in der französischsprachigen Schweiz, Sommer 1937: In Reih und Glied stehen die Zuschauer am Strassenrand und warten auf die Radrennfahrer der Tour de Suisse.

Die Kinder von damals erinnern sich ... Als sie zu erzählen beginnen, kommen in mir Erinnerungen an die Arbeiterschaft in diesem Dorf auf, wo ich als Kind meine Ferien im herrschaftlichen Haus meines Grossvaters verbrachte, der dort eine Mineralienfabrik besass.

Die Etappen der Tour de Suisse im Jahre 1937 sind kleine Marksteine im Leben von Blanche, Charlie-Rose, Violette, Pierre, René und anderen. Manche Kindheit war von Armut und Elend geprägt, doch die Erinnerungen an kurze Glücksmomente, die sie mit ihren Nächsten teilten, sind ihnen geblieben. Einige hatten das Glück, ihre Arbeit zu lieben, andere waren mit der Unerbittlichkeit der Arbeitswelt konfrontiert, in der sie mit Würde für bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne kämpften.

Anhand dieser schamhaften und feinsinnigen Zeugnisse, die mit Bildern aus unbekannten Archiven bereichert werden, entsteht ein filigranes Bild der Geschichte mit ihren Krisen, Wirrnissen und Fortschritten.
 

RegieJacqueline Veuve
DrehbuchJacqueline Veuve
KameraPeter Guyer, Stefan Bossert
TonJürg Lempen, Jérôme Cuendet, Philippe Jacquet
SchnittJanine Waeber
Dauer90 min.
FormatDigital Beta, Farbe, 25 B/sec
VersionenFrançais; english subtitles, deutsch untertitelt
Festivals/PreiseFestival del film Locarno 2010
ProduktionLes productions JMH SA (Florence Adam)
http://jmhsa.ch
Verleih SchweizJMH Distribution SA Neuchâtel
ErstaufführungFestival del film Locarno 2010


> Details, Texte, Dokumente (auf französisch)


Pressestimmen


»Das Beste, was [in Locarno] neben diesen jugendlichen Hochleistungen die Schweizer Filmproduktion vorzustellen hatte, ist die neueste Tat einer 80jährigen! Jacqueline Veuve hat wieder ein Meisterwerk geschaffen. Ansatzpunkt von C'était hier ist die Durchfahrt der Tour de Suisse 1937 durch das Dorf Lucens im Waadtland, vom Ereignis gibt es etliche Fotos. Daran hängt Jacqueline Veuve weitere Film? und Fotodokumente, dann Aussagen von Zeitzeugen, und auch ihre eigenen Erinnerungen an. Steinchen nach Steinchen baut sie das Mosaik der damaligen Jahren, der sozialen Zustände, der Wirtschaftskrise, der Arbeitslosigkeit und Armut, des Lebens der Fabrikarbeiter (sowie der Fabrikbesitzer ? ihr Großvater war eben einer). Das führt Jacqueline Veuve bis weit nach dem Krieg, gliedert aber den Film mittels Filmaufnahmen des damaligen Radrennens. Die Sicherheit im Umgang mit verschiedenen Materialien (makellos und stimmungsvoll die heutigen Aufnahmen von Peter Guyer und Steff Bossert), die Fähigkeit, fesselnde Aussagen hervorzuholen, und besonders die Beherrschung der gedanklichen wie filmischen Komposition erschaffen aus einem belanglos erscheinenden Anlass ein Meisterwerk, das sowohl rührt als auch belehrt.«

Philippe Dériaz, Film&TV Kameramann, 20.9.2010

»Schon vor dem Krieg war die Tour de Suisse ein Ereignis. 1937 fuhr das Rennen durch das waadtländische Dorf Lucens, wo der Großvater von Jacqueline Veuve eine Fabrik besaß. Die Altmeisterin (Jahrgang 30!) des Schweizer Dokumentarfilms hängt an Fotos der Begebenheit ihre eigenen Erinnerungen an, dann welche von Zeitgenossen. So entsteht nach und nach ein Bild der damaligen Welt der Fabrikarbeiter, der Krise, der Armut, der sozialen Unterschiede ? Lucens als Abbild eines Weltzustandes? Jacqueline Veuve verwebt mit hohem Können Zeitungsausschnitte, Archivfotos und ?filme, Aussagen von Überlebenden jener Zeit, heutige Bilder; Aufnahmen des Rennens gliedern den Stoff, treiben ihn immer weiter; erst recht durch die meisterliche filmische Form fesselt diese Vergangenheitsbeschwörung. "C'6tait hier" ist ein ganz gegenwärtiger Film.«

Christine/Philippe Dériaz, Professional Production 10/2010

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